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Vollgepackte Aktenrollwägen, die mit quietschenden Rädern über die Krankenhausflure geschoben werden, überquellende Dokumentenregale und mit sauberer Handschrift dokumentierte Pflegeabläufe – in den heutigen Kliniken ein seltenes Bild. Die digitale Technik hat längst Einzug in viele Bereiche unserer Kliniken und Pflegeeinrichtungen gefunden und spielt eine zunehmend größer werdende Rolle im Klinikalltag. Durch den stetigen Wandel, kommt die Frage auf wie das Digitale Krankenhaus der Zukunft aussehen könnte.

 

Status Quo – Pflege mit Hilfe des Computers

Moderne Gesundheitseinrichtungen entwickeln sich kontinuierlich von den klassischen „Stift-und-Papier-Arbeitsabläufen“ hin zu digitalen, automatisierten Prozessen. Patienten werden via Krankenkassen-Chipkarte im System registriert, Ärzte erstellen digitale Diagnosen und diverse Daten werden durch Pflegepersonal per Computer erfasst, um anschließend über das Krankenhausinfomationssystem, kurz KIS, zentral weiterverarbeitet zu werden. Diese Prozesse bildet die Grundlage dafür, dass Informationen durch die Kommunikation unterschiedlicher Systeme digital vermittelt werden, wodurch Daten automatisiert verwaltet und verarbeitet werden können. Dies ist jedoch noch kein Grundsatz in den heutigen Kliniken, sondern beschränkt sich vielmehr auf einzelne Bereiche. Ein Nebeneinander von traditioneller Dokumentation auf Papier und computergestützter Datenverarbeitung ist momentan weit verbreitet.

Trotzdem ist der Computer im Arbeitsalltag des Klinikpersonals nicht mehr wegzudenken. Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung belegt, dass mittlerweile über 70% der Beschäftigten einer Klinik regelmäßig digitale Technik in den Bereichen Kommunikation, Logistik, Management und Personal, Patientenversorgung, Information und Qualifizierung nutzen. Dies führt unter anderem dazu, dass Pflegekräfte, Ärzte und Verwaltungspersonal ein immer höheres technisches Know-How und vor allem Zeit benötigen, um der zunehmende Bürokratisierung in der Pflege Herr zu werden. Ziel eines digitalen Krankenhauses der Zukunft ist es daher durch den Einsatz flexibler IT-Architektur effektivere Arbeitsabläufe und automatisierte Prozesse zu realisieren. Somit würde der bürokratische Aufwand vermindert und mehr Zeit zur Patientenversorgung generiert werden. Doch wie könnte dieses Vorhaben zukünftig realisiert werden?

 

Die Zukunft der Patientenversorgung

 

Durch die digitale Erfassung von Patientendaten wird es zunehmend einfacher werden mit Hilfe von automatischer Datenanalyse Krankheitsbilder zu erstellen. Diese Krankheitsbilder ermöglichen eine schnellere und gezieltere Diagnose und somit eine effektivere und zeitnahe Patientenversorgung. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine umfassende Vernetzung der beteiligten Systeme, unabhängig vom Hersteller, sowie die Integration verschiedener Abteilungen und externen Instanzen, wie Fachärzten, Rehazentren und Pflegeheimen. Die klassische, händische Überbringung von

 

Arztbriefen durch den Patienten selbst, die heutzutage noch oft die Kommunikationsgrundlage zwischen Ärzten bilden, wird abgelöst werden durch eine „Rundum-Vernetzung“ beteiligter Systeme, sodass Informationen zuverlässig überall zur Verfügung gestellt und im besten Fall bereits voranalysiert werden. Die Odyssee, die Patienten heutzutage häufig auf sich nehmen müssen, um einen spezialisierten Facharzt zu finden könnten somit der Vergangenheit angehören.

Die Vernetzung würde zudem dazu führen, dass in der Vergangenheit erhobene Daten verglichen werden können und eine Warnfunktion bei vermehrt erhöhten Werten oder bestimmten Symptomen ausüben. Häufig erhöhte Blutwerte, können so Grundlage für die Diagnose eines Stoffwechselproblems sein. Zudem könnte Notfallpatienten im Krankenhaus bei etwaigen Vorerkrankungen, oder Symptomen durch einen Blick ins vernetze System direkt mit der optimalen Behandlung geholfen werden.

 

Vorstellbar wäre zudem die direkte Vernetzung von externen Rettungsdiensten oder medizinischen Ersthelfern. Durch die automatische Datenübertragung ins Krankenhaussystem können so wichtige Vorbereitungen und Entscheidungen zur bestmöglichen Patientenversorgung schon vor dem Eintreffen in der Klinik getroffen werden, ohne zusätzliche Zeit der Rettungskräfte in Anspruch zu nehmen. Diverse weitere Szenarien wären im digitalen Krankenhaus der Zukunft denkbar, jedoch müssen zunächst die Grundsteine für die digitale Transformation gesetzt werden. Hierfür sollte der Fokus sowohl auf der technischen als auch organisatorischen Umsetzung liegen.

 

 

Der Patient im Mittelpunkt der Krankenhaus-IT

Verwaltungs- und Pflegeprozesse wie Patientenregistrierung, Arbeitspläne oder Behandlungsdokumentationen sollen künftig mit Hilfe einer flexiblen Vernetzung unterschiedlichster Systeme gekoppelt werden. Zudem sollen medizinische Daten zeitnah überall dort abgerufen werden können, wo Sie gebraucht werden. Eine dynamische Kommunikationsplattform in Form einer Middleware, die einen sicheren Datentransfer ermöglicht und Autorisierungen prüft ist die Basis eines solchen dynamischen Austausch von Informationen. Somit wird gewährleistet, dass der Patient wieder im Fokus der Versorgung steht und Zeitaufwand für langwierige Dokumentationen und Informationsaustausch reduziert wird. Die digitale Plattform Orchestra realisiert diesen Schritt mit der Healthcare Edition und erweitert dadurch maßgeblich die Architektur der bestehenden Klinik-IT in Richtung digitales Krankenhaus.