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Schwere körperliche Arbeit prägte über Jahrhunderte das Bild der Landwirtschaft. Früher wurden Felder gar noch von Hand mit Sensen gemäht. Vor ein paar Jahren noch war es keine Seltenheit, dass Felder täglich einzeln angefahren werden mussten – nur zur Überprüfung der Böden. Das kostete Zeit. Außerdem waren und sind Landwirte immer noch oft an harte Arbeitszeiten gebunden. Denn woher solle denn ein Farmer wissen, wie es seinem Vieh geht, schaut er nicht selbst danach? Denkt man dabei an Bauern, die noch halb in der Nacht im Stall stehen müssen und dann die Kühe auch noch von Hand melken. Mittlerweile ist die Arbeit in der Agrarwirtschaft aber leichter geworden. Durch die Landwirtschaft 4.0 ist die Digitalisierung auch auf dem Feld und im Stall angekommen. Das Smartphone ist zu einem der wichtigsten Begleiter geworden. Davon profitieren nicht nur die Landwirte.

Was ist die Landwirtschaft 4.0?

Die Landwirtschaft 4.0, in Anlehnung an die Industrie 4.0, ist der Megatrend im Agrarwesen. Es beschreibt die engere Verknüpfung von Informationstechnik mit der landwirtschaftlichen Produktion. Denn der Gebrauch vernetzter Systeme solle für eine Steigerung der Produktivität und vor allem der Effizienz sorgen. Ziel der Digitalisierung einer der ältesten Wirtschaftsbereiche ist die vollständig, automatisierte Landwirtschaft. Gerade in den letzten Jahren hat sich, in Hinblick auf diese Mission, einiges getan. Die eingesetzten Maschinen sind moderner, größer, manchmal auch kleiner und besser, als sie es bisher waren. Zunächst auf einen Blick in die Automatisierung der Landwirtschaft.

Der Bauer als Datenmanager im Stall

Bei der Viehhaltung kommen in der Zwischenzeit in vielen Betrieben Roboter zum Einsatz. Melkmaschinen, Halsbänder, die mit Sensoren ausgestattet sind oder eine automatische Fütterungsanlage – all das steuert das tägliche Leben auf dem Hof. Damit bedarf es keiner körperlichen Anstrengung mehr. Der Bauer hat hingegen seine Tiere und seinen Bauernhof immer über das Smartphone immer im Blick. Durch die Melkmaschine etwa wird die Kuh nicht mehr nur zu bestimmten Zeiten gemolken. Sie kann selbst entscheiden, wann sie Milch ablassen muss. Das entlastet das Euter der Tiere, gleichsam auch die Kühe. Mithilfe von kleinen Sensoren wird die abgegebene Milch ausgewertet. Anhand der Menge, des Fett- und des Eiweißgehalts weiß der Landwirt auch um die Gesundheit seines Viehs. Neben der Melkmaschine werden auf der „Smart Farm“ auch mit Sensoren versehene Halsbänder zur Messung der Wiederkauaktivität der Kuh genutzt. Das dient zur Brunsterkennung beim Rind. Weitere Maschinen, zur Säuberung des Stalls oder wie bereits erwähnt, zur Fütterung der Tiere, erleichtern die tägliche Arbeit der Bauern. Beim Ackerbau gibt es ebenfalls wichtige Hilfsmittel.

Doppelt hält besser? Satelliten messen besser!

Auf dem Feld ist der Traktor längst zum mobilen Farmmanagement-System geworden. Denn steuern muss der Landwirt sein Fahrzeug nicht mehr selbst. Das übernehmen derweil Satelliten. Nahezu zentimetergenau können die Felder gemäht, besät oder geerntet werden. Dabei wird kein Fleck Erde des Feldes mehr doppelt angefahren. Moderne Zeitersparnis für den Bauern. Bei der ersten Fahrt ist das vielleicht noch nicht relevant, aber auf Dauer ist das ressourcenschonend. Etwa geringerer Kraftstoffverbrauch. Beim Düngen von Feldern ist die Satellitensteuerung aber nur ein Teil des wichtigen Großen. Zur Erhöhung der Effizienz und der Verringerung von Verbrauch sind die Maschinen mit Lichtsensoren ausgestattet. Die erkennen die Verfärbung der Blätter. Das wird in Echtzeit erfasst und übermittelt. Die Pflanzen werden also mit genau so viel Dünger besprüht, wie sie benötigen. Folglich ist die Ausschüttung effektiver regulierbar. Die Umwelt wird dabei ebenfalls nicht so stark belastet. Da nur so viel versprüht wird, wie benötigt.

Unnötige Fahrten gehören der Vergangenheit an

Und was ist mit der Bodenqualität? Ja, auch die wird auf einer „Smart Farm“ nicht vergessen. Zur Messung der Qualität kommen Sensoren zum Einsatz. Diese Daten werden an eine App auf dem Smartphone geschickt. Der Landwirt hat mit diesen Informationen seine Felder immer im Blick und weiß genau, wann der Boden gewässert werden muss oder sogar, wann der perfekte Zeitpunkt für die Ernte ist. Durch neueste Sensortechnik lassen sich sogar Flächendaten mit den Informationen zur Bodenqualität verbinden.

Die Landwirtschaft 4.0 hält viele Verbesserungen bereit. Dabei macht sie das Leben für Mensch und Tier einfacher. Hinzukommend ist der Einsatz der Technologien schonend für Ressourcen und Umwelt. Doch auch wenn es bereits Betriebe gibt, die ähnlich funktionieren, wie beschrieben, gibt bleibt noch immer ein größeres Problem: die Standardisierung der Schnittstellen zur Anbindung von Maschinen unterschiedlicher Hersteller an IT-Systeme. Ähnlich wie im Manufacturing für die Industrie 4.0 könnte die Datendrehscheibe Orchestra auch eine starke Basis für die Landwirtschaft 4.0 sein. Vor allem, weil die Struktur von Orchestra offen gestaltet ist und den Landwirt so nicht im eigenen Hof einzäunt.